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N E W S

 

SWR 2 Thema Musik, 6. September 15.05 – 16.00h

EISLERIANA
Eine Hommage von Wolfgang Hamm
zum 50. Todestag von Hanns Eisler
am 6. September 2012

mit
Hanns Eisler
in Aufnahmen und Gesprächen aus seinen letzten fünf Jahren
Gisela May, Schauspielerin und Sängerin
Manfred Wekwerth, Regisseur,
den Eisler-Spezialisten
Albrecht Betz, Albrecht Dümling, Günter Mayer, Jürgen Schebera,
Heiner Goebbels, Komponist
und
Eisler-Interpretationen von
Hanns Eisler, der bolschewistischen Kurkapelle, Dagmar Krause, Ernst Busch, Bertolt Brecht, Gisela May, dem Berliner Ensemble, Roswitha Trexler, dem Duo Goebbels/Harth, Kate Westbrook, Günther Leib, dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Gewandhaus-Orchester Leipzig unter Lothar Zagrosek u.a.

 

Klein, rundlich, der Schädel kahl, eine sprudelnde Intelligenz voller Esprit und Witz: HANNS EISLER hat wie kein anderer Komponist den gespaltenen Zustand zwischen Musik und Politik in seinem Leben und Schaffen überwunden.
Im „Weghören von den gesellschaftlichen Zuständen“ sah er „die Dummheit in der Musik“ verkörpert, die er zeitlebens bekämpfte. Eislers Weg vom renitenten Schönberg-Schüler zum Komponisten der sozialistischen Arbeiterbewegung, von den Nazis ins Exil getrieben, aus den USA als „Karl Marx der Musik“ ausgewiesen, in der DDR als „Klassiker“ beerdigt, obwohl kaum aufgeführt, zeigt: In allen Phasen seines wechselvollen Lebens war er ein Unbequemer.

 

 

 

 

WDR 3, Samstag 19. Juni 2010, 12.05 - 13.00 Uhr

Erstsendung

"BLACK PARIS - PARIS NOIR"
Ein Feature von Wolfgang Hamm

Paris ist zu Beginn des 21.Jh. die größte afrikanische Enklave Europas und Weltzentrum afrikanischer Kunst, Mode, Musik und Literatur. Nur in der Hauptstadt des ehemaligen französischen Kolonialreiches konnte sich der Mythos „Black Paris“ entwickeln. Vom voyeuristischen Blick auf die „Negerdörfer“ der Pariser Weltausstellung, über die Begeisterung der Pariser Elite für afrikanische Masken, Jazz und die „schwarze Venus“ Josephine Baker - bis zu den brennenden Vorstädten der jüngsten Zeit.
Am Anfang stand die Faszination des dunklen, exotischen Körpers – eine verlockende Projektionsfläche für europäische Sehnsüchte, Ventil für Zivilisationsmüdigkeit und sexuelle Lust. Am Ende stehen Frustration und Wut der jungen Nachfahren afrikanischer Migranten über eine als feindselig empfundene Gesellschaft.
Die Diskrepanz zwischen Mythos und Realität attackieren Künstler wie Hassan Musa aus dem Sudan, die Malerin und „métisse“ Diagne Chanel, der schwarze Rapper Le K. Fear, der Kolonialhistoriker Patrice Blanchard, der südafrikanische Fotograf Darryl Evans.

 

 

WDR 3, Studio Akustische Kunst, 20. März 2009, 23.05 - 24.00 Uhr

Magische Momente
Eine Klangkomposition
von Wolfgang Hamm

"Ein Wald in Bali bei Einbruch der Dunkelheit: Tausende rhythmisch schabender Grillen erzeugen einen magischen Zusammenklang ... Ein Dorf im Osten Senegals in der Morgendämmerung: flüsternde Frauenstimme, Wasser platscht, ein Kind weint, irgendwann das Geräusch des Holzstößels beim Hirsestampfen.
Santiago de Cuba um Mitternacht: Zehntausende Fans feiern auf der Straße den Baseball-Sieg über den Erzrivalen Havanna ... Klänge, wie ich sie an verschiedenen Orten der Welt aufgenommen habe. Meine Komposition für ein Ensemble ausgewählter Musiker schickt uns auf die Reise, macht Entfernungen und Annäherungen hörbar, spürt den akustischen Geheimnissen der vergangenen Klangerlebnisse nach."

Produktion: Westdeutscher Rundfunk Studio Akustische Kunst mit Deutschlandradio Kultur 2008
Länge: 50'

Mit
Claudio Puntin (Klarinette und Bassklarinette) | Rolf Marx (Gitarren)
Wolfgang Hamm (Piano) | Gerdur Gunnarrsdottir (Violine) | Gabriel
Tamayo (Viola) | Daniel Raabe (Violoncello) | Ingmar Heller (Kontrabass)

O-Tonaufnahmen in Bali, Kuba, Senegal, Zimbabwe und im Bergischen Land:
Wolfgang Hamm und Kerstin Kilanowski
Musikaufnahmen und Mischung: Brigitte Angerhausen und Sebastian Nohl
Komposition und Regie: Wolfgang Hamm
Eine Coproduktion des WDR mit dem Deutschlandradio Kultur 2008
Redaktion und Dramaturgie: Markus Heuger und Götz Naleppa

 

Zum 20. Todestag von Rose Ausländer

Ausländer. Stimmen

von Wolfgang Hamm
nach Texten von Rose Ausländer
Komposition und Realisation: Wolfgang Hamm
Produktion: SWR 2003 / 55’

Gebrochenes Deutsch, zerbrochene Sprache. In Deutschland lebende AusländerInnen aus Argentinien, Brasilien, China, Kongo, Kurdistan, Irak ... sprechen Gedichte von Rose Ausländer. Ihre Sprachfärbungen zeugen von Exil und Fremdheit. Im Zentrum des Stücks die Stimme von Rose Ausländer mit ihrem unverwechselbaren Bukowiner Ton-
Fall, als Spiegelung die Stimme der Schauspielerin Gabriele Blum. Eine vielfarbige Sprachlandschaft, eine Komposition aus Stimmen, Geräuschen und Musik. Schritte, die sich suchend durchs Gestrüpp des jüdischen Friedhofs in Czernowitz bewegen, Arbeit mit Zeiten und Orten, Fragmente der Geschichte, deren Türen sich schließen und manchmal wieder öffnen. Nachtgedichte der an Schlaflosigkeit leidenden Lyrikerin: Erinnerungen an die Idylle der Kindheit, an das Unbeschreibliche von Ghetto und Shoa, an Flucht und Exil ... bis eine kosmische Dimension alle Zeiten und Räume auflöst.

mit Claudio Puntin, Klarinette und Bassklarinette | Gerdur Gunnarsdóttir, 1. Violine | Claudia Ajmone-Marsan, 2. Violine | Sebastian Bürger, Viola | Julia Tom, Violoncello | Wolfgang Hamm, Klavier, Sampler, Perkussion

Rose Ausländer (1901- 1988) gehört neben Nelly Sachs und Else Lasker-Schüler zu den bedeutendsten deutsch-jüdischen Lyrikerinnen des 20.Jh. Sie stammt, wie ihr Lyriker-freund Paul Celan, aus Czernowitz in der Bukowina (heute Ukraine).Sie emigrierte zweimal nach New York, 1921 und nach dem Zweiten Weltkrieg, den sie als Jüdin im Ghetto von Czernowitz überlebt hatte. Die Erfahrungen von Ghetto, Exil und Heimat-verlust prägen die Werke der Schöpferin von annähernd dreitausend Gedichten und Proatexten. Immer wieder besinnt sie sich auf den Rückzug in die poetische Heimat, ihr „Mutterland Wort“. „Schreiben“, sagt sie, „war Leben. Überleben.“ Von 1965 bis zu ihrem Tod am 3. Januar 1988 lebte sie im Nelly-Sachs-Haus der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf.

Wolfgang Hamm studierte Komposition, Musikwissenschaft und Soziologie. Lebt seit 1974 als Komponist, Autor und Musikproduzent in Köln. Sein Werk umfasst zahlreiche Film- und Hörspielmusiken sowie Dokumentationen zur außereuropäischen Musik. 1994 Preis der deutschen Schallplattenkritik. Radiophone Arbeiten (u.a.): „Moskau – Ein Hörstück“ (1987). „Eine innere Mongolei“ (1991), „Bali Soundscape“ (1998), „Czernowitz und Bukowina – Klänge aus einer versunkenen Welt“ (2001.)

Ausländer. Stimmen ist auch als CD erhältlich.
Bestelladresse: Wolfgang Hamm Musikproduktion, mail to: wo.hamm@addcom.de
Hellerseifen 4 | 51597 Morsbach | Tel. 02294-900958 | www.wolfganghamm.de